Schnelle Beine beim MTB-Marathon im niederbayerischen Dreiburgenland

Woidman MTB-Marathon in Thurmansbang – 11.10.2020

Zwei Grün-Weiße standen am vergangenen Sonntag im Bayerischen Wald bei Eiseskälte am Start zum Woidman-Marathon. Christl Bielmeier und Jens van Vliet hatten eine der heuer raren Gelegenheiten, sich auf einer längeren Distanz mit anderen Bikern zu messen, am Schopfe gepackt. Nach viel Regen am Vortag machte der tückische Untergrund mit nassem Laub, glitschigen Wurzeln, tiefen Schlammrinnen und losem Schotter das Unterfangen nicht einfacher, aber das galt ja schließlich für alle.

Bei ihrem ersten „richtigen“ Marathon mit Massenstart – das heißt in ihrem ersten Jahr in der Eliteklasse – sprang Christl Bielmeier als Zweite gleich aufs Podest im Rennen über 33 km mit rund 1000 hm. Frauen und Männer waren hier gemeinsam unterwegs. „Eigentlich bin ich ganz zufrieden, aber wahrscheinlich hätte ich noch mehr rausholen können, wenn ich taktisch klüger vorgegangen wäre,“ meinte sie im Ziel. „Ich bin viel zu schnell gestartet und hatte dann einen Einbruch, von dem ich mich erst etwas erholen musste, bevor ich wieder Gas geben konnte.“ Das ständige Auf und Ab erwies sich in der Tat als sehr kraftraubend. Doch obwohl sie im schlammigen Geläuf auch noch einen Ausrutscher in ein Dornengebüsch verkraften musste, gelang es ihr, noch einmal zuzulegen. So erreichte sie nach 2:16:32 Std. das Ziel als Zweite.

Im Rennen über 55 km mit knapp 1800 hm absolvierte Jens van Vliet seinen ersten – und vermutlich leider auch schon letzten – Marathon dieser Saison. Vom Start weg konnte er sich einer schnellen Gruppe anschließen. Das hohe Anfangstempo forderte jedoch seinen Tribut, so dass auch er es nach etwa 10 km erst mal etwas langsamer gehen lassen musste. Wenig später fuhr ein direkter Konkurrent auf ihn auf. Den Großteil des Rennens fuhren diese beiden dann ihr eigenes Tempo, bis sie etwa bei Kilometer 40 von der Verfolgergruppe der Kurzdistanz eingeholt wurden. „An diese Gruppe konnten wir uns dranhängen, so noch einmal Kräfte mobi­lisieren und die Hauptgruppe der 55-km-Distanz, die inzwischen komplett auseinandergefallen war, Fahrer für Fahrer wieder einsammeln.“ Im Zielsprint bergauf konnte Jens sich dann gegen seine direkten Konkurrenten aus der Gruppe durchsetzen und das Rennen nach 2:45:07 Std. auf einem starken 8. Gesamtrang beenden – nur 7 Sekunden hinter dem Letzten aus der ursprünglichen Hauptgruppe, dem Isartaler und noch Grün-Weißen Thomas Kletzenbauer, der seinen Vorsprung von zwischenzeitlich über 5 Minuten gerade noch ins Ziel retten konnte.