Metallisch glänzender Jahresabschluss für Tatjana Paller

Bahn-DM Omnium – Frankfurt/Oder, 16. Dezember 2017
Bahn-Weltcup - Prusków / Manchester / Santiago de Chile, November/Dezember 2017

171217 DM Omnium Siegerehrung m. ChBeckerFBraußeViel erfolgreicher hätte das Radsportjahr für Tatjana Paller nicht laufen können. In ihrem letzten U23-Jahr etablierte sich die U23-Goldmedaillengewinnerin im Punktefahren fest im Bundeskader und konnte im November und Dezember nicht nur mit dem Team auf Mallorca an der Form feilen, sondern vor allem an drei Weltcup-Läufen teilnehmen. Und mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Omnium der Eliteklasse setzte sie zum Abschluss des Jahres noch ein weiteres Glanzlicht (Foto links mit Charlotte Becker und Franziska Brauße).

Anfang November belegte sie beim 1. UCI Bahn-Weltcup der Saison 17/18 im polnischen Prusków im Punktefahren noch Rang 11, doch bereits eine Woche später legte sie beim 2. Weltcup in Manchester eine ordentliche Schippe drauf: In einem echten Hexenkessel fuhr sie im Scratchrennen lange mit der späteren Siegerin Rachele Barbieri alleine vorn. Erst in der letzten Runde pirschte sich das Verfolger­feld noch einmal heran. Im entscheidenden Zielsprint wurde sie noch überspurtet, so dass ihr „nur“ der undankbare 4. Rang blieb. Dennoch: Besser war sie im Weltcup noch nie platziert. Zusammen mit Charlotte Becker, Gudrun Stock und Franziska Brauße wiederholte sie diese Platzierung in der Mannschaftsverfolgung, in der die Japanerinnen nur einen Wimpernschlag schneller waren. Den Platz im kleinen Finale hatte sich das Quartett in der Qualifikation mit der drittbesten Zeit erkämpft, die ein „Deutschland-Vierer“ je gefahren ist (4:28,588 Min). Der Sieg ging an die überlegenen Britinnen vor Italien.

171209 WC Santiago de Chile Omnium TPaller 1 foto FPassiRunde 3 des Weltcups im kanadischen Milton haben ausschließlich die Kurzzeitspezialistinnen um Kristina Vogel bestritten. Die Ausdauerspezialistinnen machten sich dagegen vom Trainingslager in Mallorca direkt auf den Weg zum 4. Weltcup-Lauf nach Santiago de Chile. „Chile war eine absolut geile Zeit und wir waren uns alle einig, dass das der coolste Weltcup in unserer bisherigen Karriere war. Die ganze Truppe passte zusammen, wir hatten eine super Stimmung und bei den sommerlich-heißen Temperaturen kam fast schon Urlaubsfeeling auf,“ erzählte die Tatjana nach ihrer Rückkehr. „Allerdings hat uns der Veranstalter einen kleinen Strich durch die geplante Vorbereitung auf der Bahn gemacht. Das Velodrom wurde unangekündigt bis zwei Tage vor den Rennen zum Abschleifen geschlossen, so dass wir in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung umdisponieren mussten. Ob es bei mir in der Mannschaftsverfolgung deshalb schlecht lief oder weil der Trainer mir zum ersten Mal die Hauptverantwortung gegeben hatte, weiß ich nicht. Auf alle Fälle sind wir nicht über die erste Runde hinausgekommen. Das war echt schade!“ Als Vollblutsportlerin hat die Oberlanderin die Enttäuschung aber schnell abgehakt und einen Tag drauf mit dem 3. Platz im Scratch einen super Auftakt im Omnium geliefert (Foto - Fotocredit Felipe Fuentes/KO Comunicaciones - vielen Dank!). In der zweiten Disziplin – dem Temporennen – landete sie mit einem Rundengewinn auf Platz 4 und hatte nach Rang 7 im Ausscheidungsfahren die Chance auf einen Podestplatz. Obwohl sie hier zwei Wertungen für sich entscheiden konnte, zogen aber leider noch zwei Konkurrentinnen an ihr vorbei. Dennoch war der 5. Rang ihre bisher beste Weltcup-Platzierung in dieser Disziplin.

Kaum zurück im deutschen Winter stand auch schon der letzte Wettkampf des Jahres auf dem Programm: die Deutsche Meisterschaft im Omnium. Auf dem Frankfurter Holzoval kam sie zunächst gar nicht in Tritt. „Ich war noch voll im Jetlag,“ gestand sie nach dem für ihre Verhältnisse „verkorksten“ Scratchrennen und lag zunächst „nur“ auf Rang 9. In einem sehr schnellen Temporennen, das sie nach einem Rundengewinn als 2. beendete, war sie dann schon wieder in Podestnähe, doch das ungeliebte Ausscheidungsfahren „hab ich leider wieder verpatzt, so dass ich vor dem abschließenden Punkte­fahren nur auf Platz 8 lag.“ Das stachelte aber ihren Ehrgeiz noch einmal an. „Ich wollte das nicht auf mir sitzen lassen,“ grinste sie im Ziel. „Ich wusste, dass ich das Rennen schnell machen musste und das ist mir gelungen. Wir konnten uns zu Viert absetzen und einen Rundengewinn herausfahren und so hab ich in 6 der 8 Wertungen Punkte eingesammelt.“ Damit hat das Rennen noch ein gutes Ende für die sympathische Athletin genommen, denn sie wurde mit letztlich deutlichem Abstand Dritte dieser Meisterschaft hinter der an diesem Tag eindeutig dominierenden Charlotte Becker und der starken Franziska Brauße. Bei den Deutschen Bahnmeisterschaften gelang ihr heuer damit in der Eliteklasse der Frauen ein Triple, denn nach Gold im Punktefahren und Silber in der Einerverfolgung (bei den Einzelmeisterschaften im Juni) komplettierte sie nun mit der Bronzenen aus dem Omnium den Medaillensatz.