Tour-de-France-verdächtige Leistungen von Peter Scherrer

von der Ultracycling-WM bis zum 24-Std-Rennen Rad am Ring - 15. Juni bis 30. Juli 2017

Peter Scherrer kann man mit Fug und Recht als Extremsportler bezeichnen, dem keine Distanz auf dem Rad zu lang ist. Die nötige Ausdauer dafür holt sich der équipe-vélo-Sportler im Winter beim Langlaufen – seine Skatingschule ist nicht nur bei den Insidern im Oberland bekannt ...

Heuer hat er innerhalb von nur 6 Wochen Tour-de-France-verdächtige Distanzen und Höhenmeter in den Asphalt gebrannt. Bei nur vier Veranstaltungen legte er in nur knapp 112 Stunden 3000 km und 42.000 hm zurück! Zum Vergleich: Bei der dreiwöchigen Tour de France kommen die Profis auf 21 Etappen in knapp 90 Stunden auf rund 3500 km und etwa gleich viele Höhenmeter.

Den Auftakt machte Mitte Juni die Ultramarathon-Weltmeisterschaft mit Start und Ziel in Graz, bei der der 59-Jährige das Podest in der Masterklasse U60 nur um wenige Minuten verfehlte. In 39 Std. 51 Min. hatte er die für seine Altersklasse ausgeschriebene so genannte Classic-Strecke mit 888 km und 14.000 hm hinter sich gebracht. Der höchste Punkt war dabei die Edelweißspitze (Großglockner). Dabei musste Peter aufgrund widriger Wetterbedingungen mit Starkregen, Blitz und Donner zwischendrin sogar eine Zwangspause einlegen, denn er hatte seiner Familie versprochen, nichts zu riskieren. Möglicherweise hat ihn das um eine Medaille gebracht.

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Schon am 8./9. Juli folgte die „zweite Runde“ – das 24-Stunden-Rennen im österreichischen Grieskirchen, das auf einem 21,5 km langen Rundkurs mit 173 hm pro Runde ausgetragen wurde. Unter rund 1200 Teilnehmern wurden gut 120 Solofahrer gezählt. Einer davon war Peter Scherrer. In der Altersklasse ab 50 Jahren holte er sich den Sieg mit zwei Runden Vorsprung (!) auf den Zweitplatzierten, was gleichzeitig Platz 4 der Gesamtwertung über alle Klassen bedeutete. 36 Runden und damit 774 km (6200 hm) waren in den 24 Stunden zusammengekommen. Damit verbesserte er zugleich den Streckenrekord in seiner Altersklasse und wurde in die „Hall of Fame“ der Veranstaltung aufgenommen.

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Bereits nach fünf Tagen Erholungszeit wagte der équipe-Fahrer sich in Kelheim an das nächste 24-Stunden-Rennen. Das sollte sich ein wenig rächen, denn hier musste er sich mit einem für ihn bescheidenen Gesamtplatz 18 (171 Fahrer in Wertung) begnügen. Trotz einer dreistündigen Schlafpause legte er aber auf dem gut 16 km langen Rundkurs mit jeweils 230 hm insgesamt 38 Runden und damit 625 km (8700 hm) zurück.

Highlight war wie jedes Jahr das 24-Stunden-Rennen „Rad am Ring“ Ende Juli auf dem Nürburgring. Ein Wochenende, bei dem insgesamt rund 8.500 Teilnehmer in die Pedale traten – und dafür von Petrus mit bestem, wenn auch sehr windigem Radfahrwetter belohnt wurden. Die zweiwöchige Erholung hatte dem Marathonmann gut getan und so fuhr er auf der legendären Nordschleife souverän aufs Podest. Wie im Vorjahr lieferte er sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Dotternhausener Harry Fünfer. Erst in den letzten Stunden musste er etwas abreißen lassen. Mit 24 Runden – 625 km und 13.300 hm – erreichte Peter Scherrer Platz 2 in der Masterklasse 3 und den unglaublichen 6. Gesamtrang unter über 500 Einzelstartern aus vielen Ländern!