Tatjana Paller mit Gold im Punktefahren und Bronze im Vierer, Elias Edbauer mit Bronze im Teamsprint

Bahn-Europameisterschaft U23 und U19 – Anadia/Portugal, 17.-23.Juli 2017

Ja wie geil ist das denn? Gleich drei Medaillen bei der Bahn-Europameisterschaft der U23 und Junioren im portugiesischen Anadia!

Alle Fotos vom Veranstalter mit einem herzlichen Dankeschön, Thanks a lot!

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Nach akribischer Vorbereitung mit dem BDR-Kader und der Teilnahme am UCI Weltcup in Polen, wo sie Anfang Juli mit Rang 2 im Scratch überzeugte, fuhr Tatjana Paller in ihrem letzten U23-Jahr mit ehrgeizigen Zielen nach Portugal. „Die Verteidigung meiner Bronzenen im Punktefahren aus dem letzten Jahr wäre schon ein tolle Sache, und ich hoffe, das André Korff (der Bundestrainer) mich auch andere Disziplinen fahren lässt.“ Das war der Fall und so brannte sie gleich zum Auftakt in der Einzelverfolgung über 3000 m mit 3:42,375 Min. eine neue persönliche Bestzeit ins Oval, was ihr den 7. Platz einbrachte.

170718 21 Bahn EM u23u19 Anadia Bahnvierer u23w copyUECTags drauf stand sie mit ihren Mannschaftskolleginnen Gudrun Stock, Franziska Brauße und Laura Süßemilch am Start zur Mannschaftsverfolgung über 4000 m. Das Quartett überstand die Qualifikation, überraschte dann in der ersten Runde mit einer Zeit von 4:32,93 Min. (nur 2 sec langsamer als der Olympia-Vierer) sogar den Bundestrainer und schaffte damit den Sprung ins kleine Finale, in dem sie an Tag 3 gegen die hoch gehandelten Britinnen antreten mussten. Diese hatten sich eine spezielle Taktik zurechtgelegt. Sie fuhren mit einer Sprinterin sehr schnell an und ließen diese nach zwei Runden aussteigen, während die restlichen drei Fahrerinnen versuchten, das hohe Tempo zu halten. Das gelang zunächst so gut, dass sie die Deutschen fast einholten, doch dann passierte das Missgeschick: Sie machen einen Wechselfehler und das Trio fiel auseinander – fatal, denn im Bahn-Vierer wird die Zeit der dritten Fahrerin gewertet. Diese unverhoffte Chance nutzte das Team um Tatjana Paller und ging in Führung, während die Gegnerinnen auf die dritte Frau warten mussten. Dann aber kamen die Britinnen näher, weil auch die vier Deutschen auseinanderfielen. Die konnten aber zu Dritt zwei Sekunden Vorsprung und damit Bronze bis ins Ziel retten. Kurios, aber „manchmal spielt das Glück auch eine Rolle“, so Tatjanas Kommentar.

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170718 21 Bahn EM u23u19 Anadia Punktefahren TPaller im Ziel copyUECWer nun dachte, dass sei der Höhepunkt gewesen, hatte sich getäuscht. Denn die EM scheint ein gutes Pflaster für Tatjana Paller zu sein. Das Punktefahren stand noch auf dem Programm. Immerhin hatte sie hier den deutschen Meistertitel in der Elite gewonnen. Und mit ihrem Rennen übertraf sie alle Erwartungen: Die 21-Jährige zeigte, was in ihr steckt, übernahm nach dem zweitem von zehn Wertungssprint mit einer couragierten Attacke die Spitze und konnte einen Rundengewinn erzielen. „Ich wusste, dass ich beim Sprinten keine Chance haben würde, also musste ich es so versuchen,“ erklärte sie die Taktik, die ihr 20 Punkte einbrachte. Die anderen wollten sich natürlich nicht geschlagen geben. Vor allem die heißen Favoritinnen Amalie Dideriksen aus Dänemark, Elisa Balsamo aus Italien und Manon Lloyd aus Großbritannien neutralisierten sich immer wieder gegenseitig. Das nutzte Tatjana, um gemeinsam mit drei Fahrerinnen einen erneuten Rundengewinn herauszufahren. Die drei Favoritinnen zogen jedoch nach und kamen ihr aufgrund der gesammelten Sprintpunkte gefährlich nahe. In der 7. Wertung schob Lloyd sich an Tatjana vorbei. Doch statt klein beizugeben, trat „Tatl“ rund 15 Runden vor Schluss erneut an und setzte sich wieder vom Feld ab. „Nur nicht Vierte werden,“ setzte die letzten Kräfte frei. Die Verfolgerinnen konnten nicht aufschließen und so gingen die beiden letzten Wertungen an sie. Ihr Punktekonto wuchs auf 55 Punkte an… und das bedeutete den Sieg. „Wahnsinn,“ brachte sie noch völlig außer Atem heraus, „ich bin völlig platt… aber so glücklich!“

170718 21 Bahn EM u23u19 Anadia Teamsprint u19 2.Runde Edbauer vorn copyUECBei den Junioren trat der seit eineinhalb Jahr am Olympiastützpunkt Kaiserslautern trainierende Elias Edbauer zu seinen ersten internationalen Titelkämpfen an und er ließ gleich am ersten Tag mit seinen beiden Sprintkollegen Timo Bichler als Anfahrer und Carl Hinze auf Position 3 im Teamsprint über drei Runden keinen Zweifel daran, dass er zu Recht nominiert worden war. In der Qualifikation hatte das Trio „nur“ die viertschnellste Zeit erzielt, was wohl auch ihrer Nervosität geschuldet war. Im Halbfinale mussten sie gegen den Sieger der Qualifikation – die Russen – antreten. Trotz einer Verbesserung gegenüber dem ersten Lauf konnten sie da nicht mithalten, denn die Russen stellten sogar einen neuen Weltrekord auf (44,683 sec). Im kleinen Finale gegen Frankreich drehten sie aber noch einmal ordentlich auf und holten sich mit neuem deutschen Rekord (45,406 sec) souverän die Bronzemedaille. Die Russen drückten im großen Finale ihren Weltrekord erneut auf nunmehr 44,460 sec, während die Polen als Zweitplatzierte mit 46,070 sec. sogar langsamer als die deutschen Teamsprinter waren. An Tag 5 zeigte Elias im Keirin erneut eine Glanzleistung und erkämpfte sich über die Qualifikation und das Halbfinale einen Platz im Finale. Hier verpasste er als Vierter hinter dem bärenstarken Russen Perchuk sowie den beiden Polen Rochna und Laszkowski nur ganz knapp eine zweite Medaille. Im Sprint an Tag 3 war zwar im Achtelfinale Schluss, in der Endabrechnung belegte Elias hier einen dennoch guten 10. Rang.