Tatjana Paller schließt das Jahr mit Deutschem Vizemeistertitel ab

Deutsche Meisterschaft Omnium – Frankfurt/Oder, 17.12.16

161217 DM Omnium Frankfurt Siegerehrung Elite FrauenBei der Bahnradspezialistin Tatjana Paller ist in diesem Jahr definitiv „der Knoten geplatzt“. Nach der Bronzemedaille im Punktefahren bei der U23-Europameisterschaft, vier Medaillen bei den Deutschen Bahnmeisterschaften in den Einzeldisziplinen und Rang 10 mit dem Deutschen Bahnvierer bei der EM der Elite hat sie bei der DM im Omnium (Bahnmehrkampf) nun noch eine Silbermedaille (Foto links mit Anna Knauer und Romy Kasper, Dank an Thomas Ponikau) draufgesetzt.

Um sich den letzten Schliff für diese Meisterschaft zu holen, fuhr die 21-Jährige das Sechs-Tage-Rennen in Amsterdam mit… das sich für die Damen allerdings auf drei Tage beschränkte, an denen jeweils drei Disziplinen ausgetragen wurden. In dem international gut besetzten Feld – unter anderem mit der briti­schen Olympiasiegerin Eleanor Barker – konnte sie in allen drei Nächten super punkten und den Wett­bewerb auf Gesamtrang 8 beenden. In den Einzelrennen verpasste sie zweimal das Podium nur knapp.

So gewappnet zählte sie in Frankfurt zu den Medaillenkandidatinnen. Dass ihr aber am Ende nur drei kleine Punkte auf die Siegerin Anna Knauer fehlen würden, war schon eine Überraschung. Die beiden jungen Damen aus Bayern kennen sich bereits aus der Juniorinnenzeit sehr gut, die Erfolge der für das niederländische Profiteam Parkhotel Valkenburg startenden Anna Knauer aus Eichstätt – Olympiateil­nehmerin, Junioren-Weltmeisterin, Europameisterin, über 20 deutsche Meistertitel – sind mittlerweile jedoch ungezählt. Auch in Frankfurt ließ sie keinen Zweifel an ihren Titelambitionen. Doch Tatjana machte ihr die Sache richtig schwer. Im Scratchrennen über 30 Runden hatten beide noch vereinbart, dass sie gemeinsam einen Ausreißversuch starten, der zunächst auch glückte. In der Folge konnten aber drei Fahrerinnen wieder aufschließen, so dass die Entscheidung im Sprint fallen musste, bei der Anna Knauer sich gegen Tatjana durchsetzte. Beim folgenden Temporennen, bei dem in 30 Runden 26 Sprint­wertungen ausgefahren wurden, konnte die équipe-velo-Athletin den Spieß umdrehen und lag damit ins­gesamt in Führung, denn Anna Knauer musste auch Laura Süßemilch (Biberach) noch vorbeilassen. Im Ausscheidungsfahren dann spielte Anna ihre ganze Erfahrung aus, während Tatjanas Taktik, möglichst alles von vorn zu fahren, nicht aufging. Dazu kam ein kleiner Moment Unachtsamkeit und schon fand sie sich in dieser Disziplin auf Platz 6 wieder und Anna hatte die Nase wieder vorn. Da half auch der Gewinn des abschließenden Punkterennens vor der Eichstätterin nichts mehr. Drei kleine Punkte fehlten in der Endabrechnung auf den Titel, der Vorsprung auf Platz 3 (Olympiateilnehmerin Romy Kasper) betrug jedoch schon 25 Punkte. „Damit bin ich richtig zufrieden,“ freute sich Tatjana nach der Siegerehrung. „In der letzten Zeit bin ich viel spritziger geworden und ich merke, dass ich in harten Rennen super dagegen­halten kann. In der Taktik allerdings ist Anna um einiges besser als ich. Daran muss ich arbeiten.“

Gleich im Januar geht es für die Grün-Weiße, die aktuell für das deutsche Team dvelop cloud cycle cafe Ladies (vormals Koga Ladies) startet, mit den Six Days in Bremen und Berlin in hochkarätig besetzten Starterfeldern weiter. Der Fokus ist jedoch auf die Bahn-Weltmeisterschaft im April in Hongkong gerichtet, wo sie auf eine Nominierung nicht nur für den Bahnvierer, sondern auch für das Omnium oder das Punktefahren hofft. Die UCI-Punkte (aktuell UCI-Rang 16 im Punktefahren als bestplatzierte Deutsche und Rang 26 im Omnium direkt hinter Anna Knauer) und damit auch die Startberechtigung dafür hat sie sich heuer erkämpft.