Holger Wilmsmann knackt die 10-Stunden-Marke

Ironman – 07. Juli 2013, Frankfurt

Das ultimative Ziel für viele Triathleten ist der Ironman – die Ausdauerdistanz, bei der die Athleten 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,195 km laufen müssen. Nach Nizza wieder ein Ironman – das war heuer auch das Saisonziel für Holger Wilmsmann, der sich die Ausdauer auf dem Rad mit der équipe vélo erarbeitet. Dafür hatte er sich den neben Roth/Nürnberg prestigeträchtigsten Ironman auf deutschem Boden ausgesucht: den Frankfurter Klassiker, in dessen Rahmen die Profis in diesem Jahr auch die Europameister ermittelten. Es sollte ein gutes Pflaster für ihn werden, denn er drückte seine Bestzeit auf 9:56:34 Std.

Mit Holger haben über 2500 Athleten und Athletinnen aus über 50 Ländern die Herausforderung am 7. Juli angenommen. In der frühen Morgensonne – der Startschuss fiel um Punkt 7 eine Viertelstunde nach dem Go für die Profis – quirlten sie zunächst das Wasser im Langener Waldsee, in dem eine 2,3-km-Runde gefolgt einer 1,5-km-Runde unterbrochen durch einen kurzen Landgang zur Zeitnahme und Kontrolle zurückzulegen war. Nach 1:08:59 Std. stieg Holger als 214. seiner Altersklasse bzw. 1070. insgesamt aus dem Wasser, rannte durch den tiefen Sand hinauf in die Wechselzone, schnappte sich sein Bike und nahm die 180 km in Angriff. Auch hier war der Kurs, der die Athleten nach Norden aus Frankfurt raus bis nach Friedberg führte, zwei Mal zu umrunden. Verteilt über die Strecke befanden sich vor allem an den Anstiegen mit so bezeichnenden Namen wie „The Beast“, „The Hell“ oder „Heartbreak Hill“ auch die Stimmungshochburgen, wo die Anfeuerung durch die Zuschauer besonders motivierend war. „Das pusht einen ungemein,“ bestätigte Holger später, „aber trotzdem hatten wir auf der Radstrecke ordentlich zu kämpfen, denn der Wind blies uns streckenweise stark ins Gesicht.“ Das hinderte ihn aber nicht, die 180 km in einer Bombenzeit von 5:04:53 Std. abzuspulen, was ihn auf Rang 62 in seiner Altersklasse und Rang 417 ingesamt nach vorn spülte. Die Ausgangsposition für den abschließenden Marathon war also nicht schlecht, zumal seine Familie am Streckenrand ihn immer wieder aufmunterte. Vier Runden auf beiden Seiten des Mains im Wesentlichen auf der Uferstraße galt es zurückzulegen. Auf der ersten Hälfte der Distanz schaffte Holger fast durchgängig km-Zeiten von gut unter 5 Minuten, auf der zweiten Hälfte machte sich die Müdigkeit dann etwas bemerkbar und die Zwischenzeiten stiegen etwas an. Dennoch verbesserte er seine Position beständig und hatte sich bis ins Ziel in die Top Fifty seiner Altersklasse vorgearbeitet. Platz 49 in der AK45 waren gleichbedeutend mit Gesamtrang 331. Doch die Platzierung war eher unwichtig: „Die letzten Meter in einer engen Gasse durch ein unglaubliches Zuschauerspalier bis ins Ziel am Römer waren richtig emotional. Und ich hätte nie gedacht, dass ich meine Bestzeit um fast eine halbe Stunde verbessern könnte und unter der Schallmauer von 10 Stunden bleibe,“ erzählte er am nächsten Tag, noch sichtlich k.o., aber ebenso sichtlich happy. „Das habe ich auch der Unterstützung meiner Familie zu verdanken, denn einen Ironman bestreitet man ja nicht von heute auf morgen, sondern steckt ungezählte Stunden in das Training und die Vorbereitung.“