Mit Radlerwaden auf Rang 2 bei den Marathonläufern

Gletschermarathon – 30. Juni 2013, Pitztal-Imst

Dass die Radsportler der équipe vélo auch in anderen Sportarten leistungsstark sind, haben sie schon wiederholt bewiesen. Das jüngste Beispiel dafür gaben Sandra Auer und Christoph Jacob beim Gletschermarathon im Pitztal. Ein Marathon der etwas anderen Art, denn es geht vom Start in 1675 m Höhe bis hinunter auf 790 m und das ist eine völlig andere Belastung für die Muskulatur als Läufe im Flachen. Es geht also zwar vorwiegend, nämlich über 26 km, aber nicht nur bergab, denn – wie die ersten 3 km, die Passage rund um km 25 und zum krönenden Abschluss die letzten 4 km zeigen – auch immer wieder bergauf.

Nach ihrem bereits erfolgreichen Hamburger Marathonlauf Ende April zeigten die beiden Holzkirchner auch dieses Mal wieder, dass sie es mit den Läuferspezialisten aufnehmen können: Sandra wurde in 3:37,28 Std. 2. in ihrer Altersklasse (W40, Gesamt-6. Damen), Christoph in 3:33,14 Std. 7. bei den Junioren (Gesamt-60. Herren). Astrid Jacob, musste nach guter erster Hälfte leider aufgeben.

130630 Gletschermarathon Pitztal Pokal SAuer130630 Gletschermarathon Sandra Auer-Freude pur
Vor allem Sandra (Foto Mitte) genoss den Lauf. „Oben am Start ist Natur pur, man spürt mit jedem Atemzug die frische Luft. Allerdings haben wir bei 6 Grad um die Wette gefroren.“ Vielleicht hat ihr das so schnelle Beine gemacht, denn sie hielt ihren Fahrplan von 5 Min/km – zunächst zusammen mit Astrid – wunderbar ein. Bis km 25 fühlte sie sich in Bestform und es ging zügig voran. „Top-Tagesform, Sandra – gib Gas!“, feuerte sie sich selbst an. Dann kamen die Ortschaften Schön, Wenns und Arzl … „Es hatte doch geheißen, es geht immer bergab, und nun geht es hier immer schön bergauf,“ dachte sie sich, als die Oberschenkel sich wenig später bei km 32, 33, 34 bemerkbar machten. Sie verlor nun etwas an Tempo und musste den Pacemaker für unter 3:30 Std. ziehen lassen, blieb aber ansonsten unbeeindruckt. „Schließlich will ich ja ins Ziel,“ hörte ihr Radbegleiter sie bei ihren Selbstgesprächen. Trotz brennender Oberschenkel gab sie bergab wieder Gas, bis zum letzten 4 km langen Anstieg hinein zum Ziel in Imst. Viele Läufer wurden hier zu Gehern und auch Sandra musste den inneren Schweinehund überwinden. Aber im Ziel war das alles vergessen: Sie blieb rund 2 Minuten unter der selbst gesetzten Zielmarke und erhielt obendrein den Pokal für den 2. Platz in ihrer Altersklasse.

130630 Gletschermarathon Ehrung ChJacobChristoph Jacob hatte in Hamburg mit 3:27 Std. eine Zeit vorgelegt, die er nur zu gern unterboten hätte. Dass ihm das nicht geglückt ist, liegt zweifelsohne an der wohl eher ungeeigneten Vorbereitung auf den Lauf. Am Vorabend hatte der frisch gebackene Abiturient den Schulabschluss gefeiert und war quasi vom Tanzparkett weg direkt in die Laufschuhe geschlüpft. So gesehen sind sein 7. Platz bei den Junioren und die Zeit von knapp über 3:30 Std. in Ordnung und vielmehr aller Ehren wert.